HINTERGRUND

Allgemeinbildung & Soziale Kompetenz (ASK)

Soziale Trainingskurse nach § 10 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 Jugendgerichtsgesetz werden auferlegt, um die Erziehung jugendlicher und heranwachsender Straftäter zu fördern.

Mit den Mitteln der Gruppenarbeit soll die soziale Kompetenz und damit einhergehend das Sozialverhalten der jungen Menschen verbessert werden.

Zielgruppe dieser Kursform sind Jugendliche und Heranwachsende, die aufgrund ihres auffälligen Sozialverhaltens erhebliche Schwierigkeiten in Gruppenzusammenhängen haben bzw. verursachen.
Diese jungen Menschen sind häufig aus Schul-, Ausbildungs- und Arbeitszusammenhängen ausgegrenzt und bedürfen zur Verbesserung ihrer Integrierbarkeit in Regelangebote intensiver Unterstützung.
Ziel der Kurse ist es, die Teilnehmer ihr bisheriges Verhalten als Problem erkennen zu lassen, ihnen ihre Verantwortung für ihre Handlungen aufzuzeigen und sie zu normenkonformen Verhaltensweisen zu befähigen. Mit den Kursen einhergehend wird bei Bedarf eine Vermittlung in Schule, Ausbildung oder Arbeit betrieben.



VERLAUF

Mit maximal acht Betreuten finden innerhalb der gesetzlich festgelegten Höchstdauer von sechs Monaten einleitende und begleitende Einzelgespräche, mindestens zwölf zweistündige Gruppensitzungen mit zwei Kursleitungskräften sowie die notwendige Einzelfallhilfe statt. Eine Aufnahme in die Kurse ist, soweit Platz vorhanden, jederzeit möglich.

Auf Basis der individuell erstellten Hilfepläne werden die Lernbereiche ausgewählt, so dass in den Gruppensitzungen Module behandelt werden, die den Interessen und dem Bedarf eines möglichst großen Anteils der Betreuten entsprechen.
In der Gruppenarbeit werden sowohl Grundlagen der Allgemeinbildung als auch das Sozialverhalten in der Lerngemeinschaft behandelt. Neben der Vermittlung elementarer schulischer Bildung sind regelmäßige Themen u.a. Selbst- und Fremdwahrnehmung, Gruppenzwang, Drogenkonsum und Verhalten in Konfliktsituationen. Die Bearbeitung erfolgt z.B. mittels Rollenspielen, Diskussionen im kontrollierten Dialog, durch von Teilnehmenden erstellte Referate, Filmbesprechungen etc..

Die jungen Menschen werden den Kurs vorbereitend bzw. begleitend bei der Lösung existenzieller Problemlagen wie Obdach- und Mittellosigkeit, Drogenabhängigkeit oder Arbeitslosigkeit in Form von Beratung und Einzelfallhilfe unterstützt. Im Rahmen dieser Einzeltermine wird nach Bedarf auch Nachhilfeunterricht erteilt.

Die Jugendgerichtshilfe wird über den Verlauf und das Ergebnis der Maßnahmen informiert. Bei erfolgreicher Teilnahme am Kurs wird in der Regel das Strafverfahren des jeweiligen Jugendlichen beendet.

Die Teilnehmer können freiwillig Nachbetreuung über das Ende des Kurs- und Weisungszeitraumes hinaus erhalten.